ÜBER DIE TÄTIGKEIT DER GRAF–BERG–STIFTUNG
Harri Kübar, Vorsitzender des Vorstandes der Graf–Berg–Stiftung
Die Tätigkeit der Graf–Berg–Stiftung ist sehr eng mit dem Wirken der Akademischen Gesellschaft für Deutschbaltische Kultur in Tartu verbunden, daher hier ein Überblick über die Stiftung.
Auf den Gedanken, den 150. Geburtstag des Grafen Friedrich v. Berg feierlich zu begehen, sind mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig gekommen, die sich am 16. April 1991 zur Gründungsversammlung der Stiftung in den Räumen der Firma ESTIKO einfanden. Die Firma ESTIKO renovierte und bewirtschaftete in den Jahren 1967 bis 1993 das Schloß Sagnitz/Sangaste, das früher der Familie Berg gehört hat. An der Gründungsversammlung nahmen die Herren Harri Kübar, Olev Saveli, Hans Tuul, Jaan Lepajõe, Heino Eelsalu, Tiit Rosenberg aus Tartu, Vahur Kukk aus Jõgeva, Eduard Aamer aus Sangaste und Anto Juske aus Tallinn teil.
Das Protokoll der Gründungsversammlung vermerkt folgende Punkte:
Am 21. Mai 1991 traf sich das erste Mal im Schloß Sagnitz eine Gruppe von Enthusiasten: sechs Gründungsmitglieder der Stiftung und Juhan Kahk, Henn Jaama, Väino Laja und Ülo Levand, die sich an der Organisation des 150. Geburtstages eines der berühmtesten Agronomen Estlands, des letzten Grafen von Sangaste, Fr. Berg, beteiligen wollten. Der Vorstand der Stiftung bestand anfangs aus sechs Mitgliedern, später aus sieben Mitgliedern (Kübar –Vorsitzender, Eelsalu, Kahk, Laja, Lepajõe, Levand, Tuul).
Einer der wichtigsten Tätigkeitsbereiche der Graf–Berg–Stiftung ist die verlegerische Tätigkeit mit der Zielsetzung, Forschungsarbeiten über die Familie von Berg und das Schloß Sagnitz/Sangaste zusammenzustellen und als Einzel- oder Sammelwerke herauszugeben. Die erste Ausgabe, "Fr. Berg. Personaalnimestik" (1992) ist leider nicht vollständig und wurde übereilt herausgegeben. Als zweite Veröffentlichung der Stiftung sei Bergs Biographie "Sangaste "rukkikrahv" Berg" (Tallinn, 1992) genannt.
Besonders informativ sind die Sammelwerke: "Von Bergide perekonnalugu " (Tartu, 1992), "Bergid ja Sangaste. Lehekülgi Sangaste kihelkonna ajaloost" (Tartu, 1994), "150 aastat krahv Friedrich Bergi sünnist" (Tartu, 1995) und "Krahv Friedrich Berg ja mets" (Tartu, 1995). Mit Unterstützung der Stiftung wurde aus hinterlassenen Werken des aus Sagnitz stammenden deutschbaltischen Historikers Georg v. Rauch eine Sammlung unter dem Titel "Schriften aus dem Nachlaß" (1994) herausgegeben.
Vom Schulungs– und Beratungszentrum in Jäneda wurde die Broschüre "Krahv Friedrich Berg" (Jäneda 1993) zusammengestellt, wo alle bisher in unterschiedlichen Veröffentlichungen erschienenen Schriftstücke über Fr. Berg gesammelt worden sind. Von den schon früher erschienenen Büchern sollten hier noch einige genannt werden, die Interesse bieten könnten: "Põllumajanduslik Sangaste" (1980) von Lembit Kaaramaa und Harri Kübar und "Sangaste" (1978) von Kübar.
In den ersten Tätigkeitsjahren der Stiftung (1991–1992) waren Mäzene der Stiftung die Firma ESTIKO, Avatud Eesti Fond, der Konzern ESTAR und die Stiftung Valgamaa. Das Ministerium für Landwirtschaft und die Kreisverwaltung von Valga mit Herrn Rein Randver haben die Tätigkeit der Stiftung finanziell unterstützt.
Die Graf–Berg–Stiftung hat bei der Vorbereitung und Durchführung der Konferenz "Geschichte und Geschichtswissenschaftler", die vom 15.–17. September 1994 veranstaltet wurde, mitgewirkt. Unter anderen Themen wurde in dieser Tagung auch der Lebenslauf und die Tätigkeit des Feldmarschalls Graf Friedrich Wilhelm Rembert von Berg behandelt. Ein weiterer Vortrag war den Werken des berühmten deutschbaltischen Wissenschaftlers G. v. Rauch gewidmet. Während der drei Konferenztage wurden 20 Referate gehalten. Es wurde ein Ausflug nach Sagnitz unternommen, wo eine Gedenktafel an dem Gebäude des Doktorats eingeweiht wurde. Eine Schloßbesichtigung wurde organisiert und die Gräber der Verwandten von Friedrich von Berg sowie von Georg von Rauch aufgesucht.
Als ein besonderes Projekt wurde bei dem anerkannten estnischen Bildhauer Aulin Rimm eine Büste des Grafen Fr. Berg in Auftrag gegeben. Die Büste, die im Schloß Sagnitz steht, wurde aus Granit gehauen.
Es ist nicht leicht, alle Persönlichkeiten und Institutionen hier aufzuzählen, die die Stiftung unterstützt haben. Nicht unerwähnt lassen möchte ich:
Eine zentrale Veranstaltung der Stiftung war die Jubiläumskonferenz "Fr. Berg – 150", die am 16. Februar 1995, am Geburtstag des Grafen, im Museum für Geschichte der Universität Tartu stattfand. Neben der Stiftung waren an der Organisation dieser umfassenden Konferenz der Lehrstuhl für Geschichte der Universität Tartu, das Museum für Geschichte der Universität Tartu, die Estnische Landwirtschaftliche Universität, die Akademische Gesellschaft für Deutschbaltische Kultur in Tartu, der Akademische Verein der Landwirtschaft, der Akademische Forstverein und das Estnische Landwirtschaftliche Museum beteiligt.
Anläßlich des 150. Geburtsjahres des Grafen Fr. Berg hat EESTI POST einen Briefumschlag mit Sonderstempelung herausgegeben.
Im Jahreswechsel 1995–1996 wurde die Graf–Berg–Stiftung in die AGDK eingegliedert.